InterviewJürgen Hardt über Wladimir Putin: "Ende seiner Herrschaft könnte eingeleitet sein"

Der außenpolitische Sprecher der Unionsfraktion, Jürgen Hardt, warnt Präsident Putin davor, die Opposition weiter zu unterdrücken.

Großdemonstrationen gegen Präsident Wladimir Putin, gegen die Inhaftierung von Alexej Nawalny, Hunderte Festnahmen. Was sagt das aus über Russlands System?
Jürgen Hardt: Ich habe den Eindruck, dass der Fall Alexej Nawalny für den Kreml eine Erschütterung seiner Macht darstellt – die erste seit Jahren. Putin macht einen schweren Fehler, wenn er meint, er könne das allein mit Härte in den Griff kriegen.
Wie sollte Europa mit diesen Ereignissen umgehen?
Hardt: Der Appell an Russland muss klar sein: Zum einen Nawalny freilassen und ihn fair behandeln. Zweitens müssen alle aus der Haft entlassen werden, die von ihrem Demonstrationsrecht Gebrauch gemacht haben. Putin und die Führung dieses Landes mit seiner großen europäischen Tradition und Kultur werden früher oder später scheitern, wenn sie nicht Demokratie, Rechtsstaatlichkeit und Pressefreiheit zulassen. Wenn Präsident Putin das nicht sieht, könnte das Ende seiner Herrschaft eingeleitet sein.


Sie wollen einmalig die Ausgabe mit dem Bericht kaufen?
Hier geht es zu der gewünschten Ausgabe im Online-Kiosk.