InterviewMarie-Agnes Strack-Zimmermann: "Das eine hat mit dem anderen nichts zu tun"

Marie-Agnes Strack-Zimmermann, verteidigungspoli- tische Sprecherin der FDP im Bundestag, bezweifelt, dass eine Wehrpflicht etwas
an dem Problem Rechtsextremismus in der Truppe ändert.

Die Wehrbeauftragte des Deutschen Bundestags, Eva Högl (SPD), hält die Aussetzung der Wehrpflicht für einen schweren Fehler und fordert ihre Wiedereinführung. Was halten Sie von dem Vorstoß?
Marie-Agnes Strack-Zimmermann: Es überrascht mich sehr, dass Frau Högl die Wiedereinsetzung der Wehrpflicht fordert und dies mit den Fällen von Rechtsextremismus in der Bundeswehr begründet. Das eine hat mit dem anderen nichts zu tun. Offensichtlich wirft die Wehrbeauftragte hier einiges durcheinander. Die Wehrpflicht ist ausgesetzt worden, weil wir eine professionelle Armee wollten. Die sechsmonatige Dauer der Wehrpflicht wurde diesem Ziel in keiner Form mehr gerecht. Den Auftrag einer hochtechnisierten Bundeswehr heute, mehr denn je auch mit internationalen Einsätzen, ist mit Wehrpflichtigen nicht zu leisten. Die Aussetzung liegt zehn Jahre zurück. Wenn Frau Högl dieses Thema nun im Zusammenhang mit den rechtsextremen Vorfällen in der Bundeswehr aufgreift, zeigt dies eine erschreckende Ahnungslosigkeit. Ich bedaure das sehr, denn ihre Aufgabe ist es, die Interessen der Soldaten und Soldatinnen zu vertreten und keine politischen Vorschläge zu machen. Es wäre besser gewesen, sie hätte sich erst einmal ein paar Monate in ihre neue Aufgabe eingearbeitet, und sich erst dann geäußert.


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