PassauPNP-Interview: Prinzessin Caroline freut sich auf Passau

Prinzessin Caroline von Hannover (54) ist Präsidentin des monegassischen Kinderhilfswerks AMADE. Im PNP-Interview erzählt sie über die Arbeit der Stiftung, das Interesse ihrer Kinder daran und warum sie sich auf ihren Besuch in Passau freut.

Prinzessin Caroline von Hannover (54) ist Präsidentin des monegassischen Kinderhilfswerks AMADE. Im PNP-Interview erzählt sie über die Arbeit der Stiftung, das Interesse ihrer Kinder daran und warum sie sich auf ihren Besuch in Passau freut ...

Seit 1993 steht Prinzessin Caroline von Hannover an der Spitze des monegassischen Kinderhilfswerks AMADE. Die Präsidentschaft übernahm sie von ihrer Mutter, Fürstin Gracia Patricia, die die Organisation vor fast 50 Jahren gründete.  − Foto: Alain Benainous /Gamma /Eyedea Presse
Seit 1993 steht Prinzessin Caroline von Hannover an der Spitze des monegassischen Kinderhilfswerks AMADE. Die Präsidentschaft übernahm sie von ihrer Mutter, Fürstin Gracia Patricia, die die Organisation vor fast 50 Jahren gründete.  − Foto: Alain Benainous /Gamma /Eyedea Presse

Wenn sich die Illustrierten mit Prinzessin Caroline von Hannover beschäftigen, dann geht es meist um ihre Ehen, ihre vier Kinder und um den Schutz ihres Privatlebens, bei dem die Prinzessin aus Monaco seit vielen Jahren keine Kompromisse macht und rigoros gerne auch juristische Schritte unternimmt. Was viel seltener zur Sprache kommt, ist ihr Einsatz für benachteiligte Kinder. 1993 hat die Prinzessin die Präsidentschaft der Stiftung AMADE (Association Mondiale Des Amis De l'Enfance) übernommen − 30 Jahre nachdem ihre Mutter, Fürstin Gracia Patricia, das monegassische Kinderhilfswerk ins Leben rief. AMADE ist der 54-Jährigen ein Herzensanliegen, das die ganze Fürstenfamilie beschäftigt.

Hoheit, Sie haben die Aufgabe als Präsidentin von AMADE von Ihrer Mutter übernommen. Was bedeutet Ihnen dieses Erbe, und macht es das zu einer besonderen Aufgabe?
Ihre Königliche Hoheit Prinzessin Caroline von Hannover: Als meine Mutter AMADE 1963 gründete, war ihre Hauptbeschäftigung, sicherzustellen, dass Kinder mit angemessener Fürsorge und Liebe versorgt werden. Die Situation von Kindern sieht heute deutlich anders aus. Die Bedrohungen, denen sie ausgesetzt sind, haben sich über die Jahre wesentlich verändert. "Kinder müssen das Zentrum unserer Gedanken sein" Es werden mehr, und sie werden schlimmer: Krieg, Unterernährung, die weltweite Finanzkrise, Analphabetismus, die Aids-Pandemie . . . Die Herausforderungen haben sich weiterentwickelt − ebenso wie AMADE −, aber die Kernbotschaft ist dieselbe geblieben wie die, die meine Mutter betonen wollte: Kinder müssen das Zentrum all unserer Gedanken und Interessen sein.


Information
  • Auf RegioEvent.de, dem Freizeitportal der Passauer Neuen Presse, gibt es Karten für die MiE-Veranstaltung in Passau zu gewinnen: ZUR VERLOSUNG
  • Informationen zur PNP-Spendenaktion "Ein Licht im Advent", die heuer der Hilfsorganisation AMADE zugute kommt, finden Sie unter www.pnp-spendenaktion.de



Pierre (24, l.), Charlotte (25) und Andrea (27), ihre bereits erwachsenen Kinder aus der Ehe mit dem 1990 tödlich verunglückten Italiener Stefano Casiraghi, machen sie "sehr stolz", sagt Prinzessin Caroline im PNP-Interview. Sie seien sich ihrer Privilegien bewusst und engagierten sich mit starkem Willen für benachteiligte Menschen.  − Fotos: AFP/dpa
Pierre (24, l.), Charlotte (25) und Andrea (27), ihre bereits erwachsenen Kinder aus der Ehe mit dem 1990 tödlich verunglückten Italiener Stefano Casiraghi, machen sie "sehr stolz", sagt Prinzessin Caroline im PNP-Interview. Sie seien sich ihrer Privilegien bewusst und engagierten sich mit starkem Willen für benachteiligte Menschen.  − Fotos: AFP/dpa

AMADE gibt es seit fast 50 Jahren. Was sind für Sie die größten Errungenschaften in dieser langen Zeit?
Prinzessin Caroline: Man könnte es so sehen, dass ein 50-jähriges Bestehen eine lange Zeit ist, aber wenn man es aus dem Blickwinkel des Kinderschutzes betrachtet, ist ein halbes Jahrhundert gleichzeitig lange und kurz. Wenn man einen Blick zurück wirft, sind wir einen langen Weg gegangen und haben viele Kämpfe gewonnen. Aber wenn man nach vorne sieht, ist der Weg, der noch zu gehen ist, viel länger, und es gilt, noch viele Kämpfe auszufechten. Eigentlich denke ich nicht, dass man die Dinge als kleine oder große Errungenschaften betrachten sollte, wenn es darum geht, benachteiligte Kinder zu schützen. Es gibt nur das, was wir schon erreicht haben, und das, was wir noch angehen müssen. Dass wir diesen langen Weg gegangen sind, bedeutet, dass wir für Hoffnung gesorgt haben, wann und wo immer wir konnten. Jedes einzelne Lächeln auf einem Kindergesicht war es wert. Glücklicherweise dauert es keine 50 Jahre, das zu realisieren.Die Passauer Neue Presse bittet ihre Leser um Spenden für die Waisenkinder in Burundi, die von AMADE unterstützt werden. Warum ist dieses Geld gerade in Burundi gut investiert?
Prinzessin Caroline: Eben weil es eine Investition in die Zukunft ist. Die Kommunen und Familien, die von AMADE unterstützt werden, sind ungemein engagiert darin, für das Wohlbefinden der Waisen zu sorgen, die ihnen anvertraut sind. Der Erfolg des Programms liegt in der Entschlossenheit und der gegenseitigen Einbindung der Kommunen, Familien und Betreuer der Waisenkinder. Die Menschen in Burundi sagen: Was du ohne mich unternimmst, das unternimmst du gegen mich. Diese Beharrlichkeit macht nachhaltige Erfolge in diesem Land möglich. Konkrete Erfolge, die man schon seit einigen Jahren beobachten kann. Dank Mikrokrediten, dank der engagierten Gesundheitsvorsorge für HIV-positive Schwangere, dank des Zugangs zu ärztlicher Versorgung und Bildung werden in Zukunft Tausende Familien in der Lage sein, die Zukunft ihrer Kinder aus eigener Kraft zu meistern.

Hilfe für andere ist in Monaco Familiensache: Wer die Möglichkeit hat, dass seine Stimme gehört wird, sollte sie auch nutzen, sagt Prinzessin Caroline. Da sei sie einer Meinung mit ihrem Bruder Fürst Albert und dessen Frau Charlène − hier bei einem Termin im September, an dem auch Carolines jüngste Tochter, Prinzessin Alexandra von Hannover (11), teilnahm.
Hilfe für andere ist in Monaco Familiensache: Wer die Möglichkeit hat, dass seine Stimme gehört wird, sollte sie auch nutzen, sagt Prinzessin Caroline. Da sei sie einer Meinung mit ihrem Bruder Fürst Albert und dessen Frau Charlène − hier bei einem Termin im September, an dem auch Carolines jüngste Tochter, Prinzessin Alexandra von Hannover (11), teilnahm.

Wenn Sie diese Waisenkinder betrachten − was ist wichtig für deren Leben?
Prinzessin Caroline: Mehr als alles müssen diese Kinder fühlen, dass sie geliebt werden und dass sie nicht verstoßen werden. Die Karten, die ihnen vom Leben in die Hand gegeben wurden, waren reine Willkür. Sie haben es sich nicht ausgesucht, als Waisen aufzuwachsen, ihre Eltern zu verlieren, keinen Zugang zu ärztlicher Versorgung und Bildung zu haben, in einem Land zu leben, das vom Krieg zerrüttet wurde . . . Was sie brauchen, ist das Gefühl, umsorgt zu sein. Zärtlichkeit. Wie jedes andere Kind auf der Welt. Darum ist die Rolle dieser burundischen Dorfgemeinschaften auch so wertvoll und bedeutend.
"Es liegt in unserer Verantwortung, sich einzubringen"Ihr Bruder, Fürst Albert II. von Monaco, ist Ehrenpräsident von AMADE. Auch seine Frau, Fürstin Charlène, engagiert sich für soziale Projekte. Sind die Angelegenheiten von AMADE auch so eine Art Familiensache?
Prinzessin Caroline: Auf alle Fälle mehr als eine individuelle Angelegenheit. Jeder, der die Chance hat, dass seine Stimme gehört wird, sollte die Möglichkeit nutzen, die Menschen wach zu rütteln. Das strebt unsere Familie an. Es gibt so viele Gebiete, die unseren Einsatz benötigen: Umweltschutz und nachhaltige Entwicklung, der Kampf gegen Aids, Kinderschutz. Es liegt in unserer Verantwortung, sich einzubringen und zu versuchen, die Welt zu verbessern, die unsere Kinder erben werden.