Ein Jahr voller unerfüllter Erwartungen

Joe Biden (79) hat seine Präsidentschaft mit dem Versprechen angetreten, die bittere Spaltung in den USA zu überwinden. Und nach dem Chaos der Ära Donald Trumps und der Corona-Pandemie ein Stück Normalität zurückzubringen. Ein Jahr später macht sich Ernüchterung breit.

Der Präsident schnaubte vor Wut, als er vergangene Woche seine Parteifreunde auf dem Kapitolshügel besuchte. Selten gab "Onkel Joe", wie Biden wegen seiner volkstümlichen Art auch genannt wird, so viel Frustration zu erkennen, wie nach dem Treffen mit den 50 Demokraten, die im US-Senat eine hauchdünne Mehrheit halten. Ausgerechnet hier, in der Kammer, die Biden über vier Jahrzehnte prägen half, hatten ihn die Seinen abermals im Stich gelassen. Und das bei einem Thema, das so zentral für seine Präsidentschaft ist, wie das Versprechen an die Amerikaner, die Nation zu versöhnen.


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