Konflikt um marodes Atommülllager schwelt weiter

Ein Expertenpapier sollte den Streit um den besten Standort für den aus der Asse zu bergenden Atommüll entschärfen. Doch der gestern vorgelegte Bericht bleibt vage.

Der Konflikt um ein Zwischenlager für die radioaktiven Abfälle aus der Asse in Niedersachsen bleibt weiter ungelöst – die Ungewissheit in der betroffenen Region ist groß. Die Diskussion um die Standortwahl sei noch nicht abgeschlossen, heißt es in einem Expertenbericht, der am Montag veröffentlicht wurde. Nach scharfer Kritik sollte damit die Entscheidung für ein Zwischenlager nahe der Schachtanlage im Landkreis Wolfenbüttel noch einmal überprüft werden.Die Wahl der Bundesgesellschaft für Endlagerung (BGE) für einen Standort nahe dem maroden Atommülllager aus dem Jahr 2020 hatte scharfe Kritik vor allem in der betroffenen Region ausgelöst. Dies führte im Februar unter anderem dazu, dass die Asse-2-Begleitgruppe, die die Interessen der Menschen dort wahrnimmt, zunächst ihre weitere Mitarbeit verweigerte und den Begleitprozess ruhen ließ. Als Konsequenz wurde beschlossen, die Standortentscheidung zu überprüfen.

Es geht um 126000 Fässer mit radioaktivem Abfall

In dem ehemaligen Bergwerk in Niedersachsen liegen in 13 Kammern rund 126000 Fässer mit schwach- und mittelradioaktiven Abfällen. Weil Wasser eindringt, muss das Lager geräumt werden. Es gibt den gesetzlichen Auftrag, die Asse unverzüglich stillzulegen. 2033 soll die Rückholung voraussichtlich starten. Bis die Endlagerung aber geklärt ist, muss der Müll zwischengelagert werden.


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