Die Angst vor dem Pflege-"Tsunami"

Ein Gerichtsurteil sichert nun auch ausländischen 24-Stunden-Betreuern den Mindestlohn zu. Mancher malt schon das Schreckensbild der unbezahlbaren Pflege an die Wand. Doch dass sich durch die Entscheidung etwas grundsätzlich ändern wird, bezweifeln viele Branchenkenner.

Für Claus Fussek ist es ein sehr emotionaler Tag. Gerade hat er die letzten Sachen aus seinem Elternhaus geräumt und abtransportiert. Seine Mutter ist kürzlich verstorben, sie hatte seit dem Tod des Vaters allein in dem Haus in Lenggries (Lkr. Bad Tölz-Wolfratshausen) gelebt – bis zuletzt begleitet von rumänischen Pflegerinnen. "Ohne diese Frauen wäre es schlicht nicht gegangen", sagt Fussek, der gemeinsam mit zwei Geschwistern und seiner Ehefrau die Eltern gepflegt hatte – neben dem Beruf und trotz der Distanz zum Lebensmittelpunkt München. In diesen zehn Jahren haben sich zusätzlich neun Frauen aus Osteuropa um die Eltern gekümmert – "vier davon gehören für mich heute noch zur Familie", sagt Fussek.


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