Auf Kuschelkurs im Kriegsgebiet

Sie führen Blinde, warnen Epileptiker vor dem nächsten Schub und geben Trauma-Opfern Halt: Assistenzhunde erstaunen selbst Fachleute. So sehr, dass sich auch die Bundeswehr ihr Talent zunutze machen will.

Sie führen Blinde, warnen Epileptiker
vor dem nächsten Schub und geben Trauma-Opfern Halt: Assistenzhunde erstaunen selbst Fachleute. So sehr, dass sich auch die Bundeswehr ihr Talent zunutze machen will.

Am Hamburger Elbstrand war Bert Bohla mal wieder restlos begeistert: Eine Bekannte mit Diabetes Typ I hatte ihren Assistenzhund dabei, der geruchsstarke Vierbeiner warnt sie, wenn ihr Blutzuckerspiegel abrutscht. "Plötzlich, die Hunde waren vielleicht 20 Meter entfernt am Spielen, kommt das Tier angelaufen und zeigt an", erzählt Bohla. "Meine Bekannte hat sofort gemessen, der Zuckerwert war bei 120, normal also. ‚Der spinnt doch‘, hat sie gesagt und den Hund wieder weggeschickt. Etwa 20 Minuten später hat sie sicherheitshalber nochmal gemessen. Und siehe da, der Wert war runter auf 70. Der Hund hatte den rasanten Abfall des Blutzuckerspiegels gemerkt, über die ganze Entfernung hinweg."
Körperkontakt, wenn die Erinnerung zurückkehrtGeschichten wie diese kennt der Hanseat zur Genüge. Er wie auch seine Kollegen vom Verein Lichtblicke, die an diesem Tag im Altöttinger Caritas-Haus St. Elisabeth im Rahmen eines Seminars zusammensitzen und das Neueste in Sachen Assistenzhunde besprechen. Es geht um das Können und um Kosten, um Grundvoraussetzungen und die einzelnen Anwendungsgebiete. Vor allem aber geht es um einen Bereich, der selbst das Militär auf die Fähigkeit der Vierbeiner gebracht hat: die Behandlung von PTBS – Posttraumatische Belastungsstörungen.


Sie wollen einmalig die Ausgabe mit dem Bericht kaufen?
Hier geht es zu der gewünschten Ausgabe im Online-Kiosk.