Abwägung über Leben und Tod

Dr. Jörg Cuno ist seit 2020 Chefarzt am Deggendorfer Palliativzentrum. Im März forderte er in einer Online-Petition einen humaneren Umgang mit Sterben und Trauern in der Corona-Pandemie. Die elf Thesen orientieren sich an Grundsätzen der Medizinethik. Ein Thema, mit dem der 49-Jährige täglich konfrontiert wird.

Deggendorf. Kein Leben ist mehr wert als das andere. Ein Grundsatz unserer Gesellschaft, unantastbar – bis die Wirklichkeit das Ideal einholt. Die Corona-Pandemie hat sichtbar gemacht, womit Ärzte täglich konfrontiert werden: Entscheidungen darüber, wer in den Genuss von begrenzten Ressourcen kommt, nicht selten gleichbedeutend mit Leben oder Tod. Einen allgemeingültigen Fahrplan gibt es bei solchen Entscheidungen nicht. Die Medizinethik versucht jedoch, eine Balance zwischen Realität und Moral zu schaffen.

Ethik und Moralwerden oft gleichgesetzt

Einer, der sich regelmäßig mit ethischen Fragen auseinandersetzt, ist Dr. Jörg Cuno. Seit vergangenem Jahr ist der 49-Jährige Chefarzt des Palliativmedizinischen Zentrums am Klinikum Deggendorf, seit 2018 hat er die ärztliche Leitung von Pallidonis, einer Einrichtung für spezialisierte ambulante Palliativversorgung in den Landkreisen Deggendorf, Regen, Dingolfing-Landau und Freyung-Grafenau.


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