"Er war politisch erschreckend naiv"

Der Wiener Historiker Oliver Rathkolb hat das Leben Carl Orffs in der NS-Zeit untersucht

Wien. Von der breiten Wahrnehmung unbeachtet, gab es Mitte der 90er-Jahre einen heftigen Eklat um Carl Orff (1895–1982). Der angesehene amerikanische Musikwissenschaftler Michael H. Kater hatte veröffentlicht, dass Orff sich nach dem Krieg als Widerstandskämpfer und Mitglied der "Weißen Rose" dargestellt habe. Orff war schon zuvor ambivalent eingeordnet worden, als junges und erfolgreiches Gesicht im Musikleben des sogenannten Dritten Reiches. Er war einerseits für einen Teil der Musik der Olympischen Spiele und für Ersatzmusik des "jüdischen" "Sommernachtstraums" von Felix Mendelssohn-...


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