"Mein erstes Mal" – Der Glasermeister

Das erste Mal ist etwas ganz Besonderes. Der erste Auftritt eines Musikers, das erste Tor einer Fußballerin, der erste Fall eines Juristen. Solche Momente bleiben in Erinnerung und können Menschen ihr Leben lang prägen. Um solche Erfahrungen geht es im PNP-Interview "Mein erstes Mal". Heute: Glasermeister Gerhard Straubinger (57), Inhaber des Traditionsbetriebs Max Vogl.

Können Sie sich noch an Ihr erstes Werkstück oder an Ihr erstes wichtiges Erlebnis aus Ihrem Berufsleben erinnern?
Ich bin ja praktisch in einem Glaserbetrieb aufgewachsen und da hab ich damals schon in der alten Werkstatt am Exerzierplatz ein bisschen mitgearbeitet. Dann hab ich den Glasschneider in die Hände gedrückt bekommen und sofort kleine leichte Streifen zugeschnitten. Kurz darauf, mit zehn oder elf Jahren, habe ich versucht, mit einem Kit kleine Fenster einzuglasen – eine schöne Kindheitserinnerung. Immer wieder bin ich in der Werkstatt gestanden. Im Prinzip hat es dann aber erst richtig in der Lehrzeit angefangen. Es begann mit Bleiverglasungen, wo alles auf den Millimeter stimmen musste. Das Einschneidendste war jedoch eine Geschichte aus meiner Jugend. Wir hatten ja zwei Firmen, die eine hatte mein Vater in Aidenbach, der Großvater hatte die Firma in Passau, und da bin ich sozusagen als Kind schon vorbelastet gewesen. Später bin ich dann als Jugendlicher durch eine Glastür gefallen und hab mir den Unterarm aufgeschnitten. An dieser Stelle habe ich noch immer eine große Narbe. Da hab ich mit meinem Cousin gescherzt, er hat die Tür zugeschlagen und ich bin einfach durchgerannt. Das war jedoch die erste und letzte wirkliche größere Verletzung auf der Baustelle – zum Glück.


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