Spannung bis zum Schluss

SVW-Handballer mit 26:26-Unentschieden gegen Top-Favorit TSV Herrsching

Hochspannung haben die rund 150 Zuschauer geboten bekommen, die zur Handball-Landesligapartie zwischen dem Tabellenvierten SV Wacker Burghausen und dem Dritten TSV Herrsching in die Burghauser Sportparkhalle gekommen waren. Die Gäste wollen in dieser Saison um den Bayernliga-Aufstieg mitspielen und waren klarer Favorit.

Nach anfänglichem Abtasten ging der Gastgeber in Minute 5 durch Treffer von Christoph Kalchauer und Tobias Bieringer noch mit 3:2 in Führung, ehe der Spielfluss des SVW urplötzlich versiegte. Den Herzogstädtern gelang 15 Minuten lang nichts mehr, sodass der TSV davonzog. In der 18. Minute stand es 9:3 für die Gäste und die Zuschauer mussten eine ähnliche Klatsche wie in der Vorwoche gegen Simbach befürchten. Mit einem Team-Time-Out versuchte Trainer Rainer Biedersberger seine Mannschaft lautstark wachzurütteln. Mit Erfolg, denn Burghausen spielte von da an wie verwandelt und startete eine furiose Aufholjagd. Angetrieben vom kanadischen Nationalspieler Cristian Toth und dank starker Paraden von Torhüter Kilian Freilinger, verkürzten Bieringer und Christoph Kalchauer bis zur 23. Minute auf 9:7. In der Schlussphase der ersten Hälfte lieferten sich beide Mannschaften einen offenen Schlagabtausch, ehe Toth aus dem Rückraum für den 12:12-Halbzeitstand sorgte.

Nach Wiederanpfiff entwickelte sich eine hochspannende Begegnung auf Augenhöhe. Die Hausherren kamen durch Treffer von Rieger und Christoph Kalchauer zu einer verdienten Führung (15:13, 33.Minute). Vor allem die Rückraum-Kreis-Achse Thomas Reitmeier und David Derek funktionierte jetzt hervorragend. Dennoch blieb Herrsching in Schlagdistanz. Zunächst parierte Wacker-Keeper Tom Schimmel noch mehrfach – unter anderem vier Strafwürfe. In der 44. Minute gingen die Gäste jedoch mit 19:18 in Führung, dann lag der SVW wieder vorne. Aufgrund einiger unglücklicher Entscheidungen und Fehlpässe glich Herrsching kurz vor Schluss aus (26:26, 60.). Wacker blieben 15 Sekunden, um die Partie für sich zu entscheiden. Ein Fehlpass brachte den TSV jedoch nochmals in Ballbesitz, und Wacker konnte am Ende von Glück sprechen, dass die Gäste diesen freien Wurf vergaben.

"Wir sind froh, wieder einen Punkt gegen eine Spitzenmannschaft geholt zu haben," so Trainer Biedersberger. "Zweieinhalb Minuten vor Ende der Partie sind wir allerdings mit zwei Toren vorne und sollten das Spiel geduldiger nach Hause bringen." Durch das Unentschieden fallen die Herzogstädter mit nun 10:8-Punkten von Platz 4 auf Platz 6 zurück. Am kommenden Wochenende hat die Mannschaft spielfrei, ehe am 3. Dezember um 19 Uhr der aktuelle Tabellenachten TSV Niederraunau zur letzten Heimbegegnung des Jahres zu Gast ist.

Für Wacker trafen Christoph Kalchauer (6 Tore), Cristian Toth (5), Thomas Reitmeier (4), Dennis Rieger, David Derek (je 3), Christian Schreyer, Tobias Bieringer (je 2) und Tony Ivankovic (1). − lan