Betriebe bangen um Existenz

Die Energiekrise trifft Handel, Handwerk und Industrie hart, und sie bringt Unternehmen in Bedrängnis. Wie ist die Lage in Betrieben und Geschäften im Landkreis Rottal-Inn? Die Heimatzeitung hat bei mehreren Unternehmern nachgefragt. Lesen Sie heute den ersten von zwei Teilen. Der nächste folgt in der morgigen Ausgabe.

Als "absolute Frechheit" bezeichnet Alexander Hartmann, Inhaber der gleichnamigen Schreinerei aus Taufkirchen, wie Energiekonzerne und Politik derzeit mit dem Handwerk umgehen. Erst Fachkräftemangel und Pandemie, nun Energiekrise. Hartmann sieht wie viele andere Handwerksbetriebe in Rottal-Inn seine Existenz akut bedroht und veranschaulicht dies mit Zahlen.

Der Billigste bekommt den Zuschlag

Er hatte mit seinem Stromanbieter einen Fünf-Jahres-Vertrag, der ihm zum 31. Dezember gekündigt wurde. "Stand heute bekomme ich auch keinen neuen Vertrag." Bisher bezahlte er rund 5,5 Cent netto pro Kilowattstunde. Nach Steuern und Umlagen summiert sich das auf gut 4000 Euro Stromkosten pro Monat. "Unter der Hand wird mir gesagt, dass ich in Zukunft mit Preisen von über 50 Cent netto rechnen muss", sagt er. "Rechne ich diese Vervielfachung auf den Stundenlohn meiner Mitarbeiter um, müsste ich mindestens zwei Euro mehr pro Arbeiter verlangen. Damit bin ich nicht mehr konkurrenzfähig und bekomme keine Aufträge mehr." Andere Schreinereien haben das gleiche Problem, doch Hartmann konkurriert auch gegen Firmen aus dem Ausland. "In unserer Branche bekommt der Billigste nun mal den Zuschlag."


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