Nockherberg-Fazit: Von pointiert bis dünn

Mit Bernreiter und Sibler waren zwei Deggendorfer beim Derblecken in München dabei – Wie hat’s gefallen?

Der Starkbieran-
stich auf dem Nockherberg ist auch für viele Deggendorfer Pflicht – für wenige als Gäste, für viele vor dem Fernseher. Wie ist das Derblecken angekommen?

Dieter Niedermeier −F.: rüs
Dieter Niedermeier −F.: rüs

Hintersinnig und pointiert Das Singspiel hat Deggendorfs Langzeit-Fastenprediger Dieter Niedermeier eher "so naja" gefunden. Besonders mitreißend sei es nicht gewesen, der Unterhaltungswert war mäßig, und was es mit dem "Dusel" eigentlich auf sich hat, sei auch erst sehr spät klar geworden. Maxi Schafroth aber "ist gut rübergekommen", urteilt der Deggendorfer. "Das war wieder so hintersinnig und pointiert wie die Predigten früher", findet er. Und einfach mal wieder etwas Neues, was ihm persönlich besser gefallen hat als Luise Kinseher als "Mama Bavaria". Natürlich hat Dieter Niedermeier auch schon mit vielen Leuten darüber gesprochen, "und die fanden’s auch nicht schlecht. Der Maxi Schafroth wird es schon eine bestimmte Zeit lang machen", prophezeit er. Auch dass nach einer langen Reihe von Ober- und Niederbayern jetzt einmal Allgäuer Dialekt ins Spiel kommt, mache die Veranstaltung wieder interessanter. Für die Zukunft würde er sich auch einen fränkischen und einen oberpfälzer Prediger wünschen. Ein Alleinstellungsmerkmal habe der Nockherberg ja nicht mehr, seit auch im Hofbräuhaus gepredigt wird. "Konkurrenz tut gut, da muss man eingefahrene Gleise verlassen." − kw Erfrischende,spritzige RedeMittlerweile ist Landrat und Landkreistagspräsident Christian Bernreiter Stammgast am Nockherberg. Ihm hat die Premiere von Maxi Schafroth als Starkbierredner gut gefallen. "Das war eine erfrischende, spritzige Rede, teilweise auch sehr scharf", freut sich Bernreiter über eine deutliche Abhebung zu der eher von Kalauern geprägten Darbietung von Vorgängerin Luise Kinseher. "Im Gegensatz dazu hat Schafroth eine richtige Story geliefert", findet er. Kritisch sieht Bernreiter die Einlassung über Barbara Stamm. "Das war deplatziert und nicht tolerierbar." Schafroth hatte die lange Amtszeit der ehemaligen Landtagspräsidentin so derbleckt, als wäre Stamm im Parkett im Plenarsaal eingewachsen. Insgesamt benotet Bernreiter Schafroths Einstand gut. Weniger gefiel ihm das Singspiel: "Das war flach." − wet"Eine dünne Geschichte"Selbst Regisseur, kann Peter Glotz am besten über die Qualität des Singspiels urteilen. Seine Begeisterung hält sich in Grenzen: "Ich habe nicht verstanden, warum man ohne Höhepunkte gearbeitet hat." Die Dramaturgie ließ seiner Einschätzung nach zu wünschen übrig. "Was war das Dusel jetzt eigentlich? Ein Symbol für die dunkle Seite der Macht? Wenn der Söder keinen blassen Dunst mehr hat, geht er in den Keller und quält sein Dusel." Absolut daneben fand der Laienschauspielberater des Bezirks Niederbayern die Figur Horst Seehofer: "Sie hat nichts zu der Geschichte beigetragen und ich finde nicht, dass man sich so über ihn lächerlich machen sollte." Andi Scheuer habe man zu viel Aufmerksamkeit gegeben.


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